JA!

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8. Türchen des Adventskalenders der Blogozöse 2016

Heute feiert die Kirche das Fest Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Bei diesem Fest geht es in erster Linie darum, dass Maria vom ersten Augenblick ihres Lebens ohne Sünde war. Es geht nicht um die Verkündigung an Maria, dass sie den Sohn Gottes empfangen, gebären und als Sohn großziehen sollte. In zweiter Linie geht es allerdings schon darum, denn Maria wurde von Gott vor jeder Sünde bewahrt, um für diese große Aufgabe vorbereitet zu sein. Maria nahm diese Aufgabe mit einem einfachen „ja“ an. „Fiat“, mir geschehe nach Deinem Wort.

Marias einfaches „Ja“ ist für mich so tiefgründig, weil es ihr Leben verändert hat. Ein gewöhnliches Leben wurde heilig durch eine Einladung, die sie annahm. Ihr Leben war vertieft, aber die Gestalt blieb weitgehend dieselbe: Wie jede Mutter brauchte das Kind sie mitten in der Nacht, sie versorgte das Kleinkind sicher oft mit der Hoffnungen auf ein kurzes Nickerchen und sie richtete wie jede Mutter ihr Leben auf das ihres Kindes aus. Der Unterschied ist, dass sich ihre Aufmerksamkeit dem Kind zuwandte, das Jesus war. Als Maria „Ja“ sagte, begrüßte sie Gott im Kontext ihres bisherigen Lebens.

So ist es mit unserem Leben. Wenn wir „ja“ sagen, lädt Gott uns meistens zu dem ein, was bereits innerhalb unserer Möglichkeiten liegt, – er lädt uns ein, unsere gewöhnlichen Rollen als heilig zu betrachten. Können wir wie Maria, die Vertiefung unseres Lebens akzeptieren – genau in dem Rahmen, in dem wir es bisher gelebt haben? Können wir „Ja“ sagen und unser Leben heilig sein lassen?

Stelle Dir die Szene des „Ja“ vor. Welche Details siehst Du und wie beeinflussen diese Details, wie du die Antwort Mariens verstehst? Wir wissen, ihre Antwort war „Ja“, aber was war dahinter? Was dachte Maria? Bekam sie weiche Knie? Und wie wurden die weichen Knie sie Teil ihrer Reaktion? Wie stellst Du Dir das Gespräch vor, in dem in ihrem Herzen das „Ja“ entstand?

Uns wird gesagt, dass Maria nicht weglief, oder sich versteckte, als der Engel zu ihr kam. Ihre bestimmt sehr aufgewühlten Gefühle absorbierten nicht ihre Fähigkeit, der Frage des Engels Aufmerksamkeit zu schenken, zu reflektieren, und zu antworten. Diese Geistesgegenwart inspiriert mich. Ich denke an ihr „Ja“, und ich sehne mich danach, dass ich in meinen Begegnungen und Anfragen so präsent sein kann.

Welche Gefühle lenken mich bei meinen Begegnungen ab? Ist es Angst, dass ich den Anforderungen nicht gewachsen bin? Bin ich ärgerlich, weil mich schon wieder jemand braucht oder anfragt? Ist es vielleicht eine Schuld, die mich lähmt? Oder fühle ich mich nicht gebraucht?

Als Adventsreflexion denke ich heute über meinen Tag nach, versuche meine häufigsten Gefühle wahrzunehmen und übe mich darin, zu meinem tatsächlichen realen Leben zurück zu finden. Es in dem Rahmen zu leben, wie es mir gegeben ist und es zu bejahen. Daran, dass das mein Ziel ist, kann ich mich selbst erinnern, indem ich das Wort „JA!“ auf ein Blatt Papier schreibe, damit es mich an die Antwort Mariens erinnert. Oder ich wiederhole ein Wort, das mir in dieser Reflektion wichtig geworden ist, als ich meine Gefühle bemerkte und benannte. Ich wähle etwas Einfaches. Etwas, das mir hilft, mich auf das zu konzentrieren, was tatsächlich vor mir liegt.

Am Ende des Tages, frage ich mich: „Finde ich Momente, in denen ich wirklich präsent war, und was ist passiert, damit ich präsent sein konnte?“

 

Gott, du bist mein geduldiger Schöpfer.

Du lädst mich zu einem Leben in Fülle ein.

Sie sind meine reichliche Einladung.

Hilf mir, durch alle Schichten meines Lebens hindurch mit einem Ja zu antworten. Mit dem selben Ja, das Du von Maria gehört hast.

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