Der Adventskranz

Wir haben am Sonntag die Adventszeit begonnen. Das ist eine Zeit von ungefähr vier Wochen, die der geistigen Vorbereitung der Gläubigen auf Weihnachten dient.
Es ist Tradition, in Kirchen oder Kapellen, in der Familie oder auch im Büro Adventskränze oder Adventsgestecke aufzustellen, als Symbol für diese heilige Zeit.

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(Adventsgesteck in Kallmet, Albanien)

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Der Adventskranz ist natürlich nicht biblisch begründet, ja er hat noch nicht mal einen liturgischen Ursprung, aber er kann bei der Vorbereitung auf Weihnachten helfen. Daher möchte ich hier einmal kurz über die Entstehung und die Bedeutung des Adventskranzes nachdenken.
Im klassischen Adventskranz, wie wir ihn kennen, sind vier Kerzen auf einem immergrünen Kranz platziert. Bei uns ist das meistens Tannengrün. Diese Form ist besonders im deutschsprachigen Raum und in Nordamerika verbreitet. Der Ursprung des Adventskranzes liegt in Deutschland, bzw. in Germanien, also in heidnischer Zeit.
Die Germanen feierten im Dezember, den Monat, an dem die Tage wieder länger werden – am Sonnenwendfest, Ende Dezember, einige Tage vor unserem Weihnachtsfest.
Ab dem 16. Jahrhundert wird berichtet, dass der Gebrauch des Adventskranzes zum Brauchtum wird, und sich verbreitet.
Der evangelische Pastor Johann Hinrich Wichern (1808-1881) gestaltete im Jahre 1833 einen Kranz, den er in einem Haus verwendete, das junge Menschen in Not aufnahm. Auf diesen Kranz platzierte er 24 Kerzen, und jeden Tag wurde eine Kerze mehr angezündet. Dies sollte den Satz im Johannesevangelium versinnbildlichen: „Das Licht scheint in der Finsternis“ – mit dem die Menschwerdung Christi und seine Wohnung unter den Menschen uns beschrieben wird. Heute ist die Zahl der Kerzen auf vier reduziert, jeden Sonntag wird eine weitere Kerze angezündet.
Der Adventskranz dient also als eine Art Uhr, die die Zeit des Wartens auf Weihnachten darstellt. Am ersten Sonntag im Advent wird eine Kerze angezündet, die zweite Kerze am zweiten Sonntag im Advent, bis zum vierten Adventssonntag die vierte Kerze angezündet wird. Die ganze Zeit erinnern wir uns an verschiedene historische Epochen der Erlösung vor der Zeit Christi.
Da auch in biblischen Begriffen die Gegensätze Nacht-Tag ; Finsternis-Licht erwähnt werden und als Bilder unserer Erlösung durch das Erscheinen Christi verwendet werden, kann der Adventskranz auch in der Liturgie verwendet werden, da das Wort, das die Kerzen symbolisieren „Licht“ ist.
Heute werden auch oft kein Kranz mehr verwendet, sondern auch Wurzeln und verschiedene Gestecke. Das, was aber immer geblieben ist, sind die Kerzen, die im Laufe der Adventszeit nach und nach angezündet werden, um uns zu zeigen, dass das Licht nahe ist. Das Licht, das Christus unser Erlöser für uns ist.
Ich wünsche allen Lesern eine gesegnete, gnadenvolle Adventszeit.

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5 Antworten zu Der Adventskranz

  1. akinom schreibt:

    Die Wurzel ist natürlich auch ein sehr sinnvolles adventliches Symbol, das auf die „Wurzel Jesse“ hinweist.

    Probleme habe ich aber mit dem Satz: „Der Adventskranz dient also als eine Art Uhr, die die Zeit des Wartens auf Weihnachten darstellt.“ Diese Uhr geht doch nie richtig! Auch wenn man noch so versonnen auf der Adventskranz schaut, kommt Weihnachten alle Jahre wieder gaaaaaaaaaaaaanz plötzlich dann, wenn längst noch nicht alle vier Kerzen herunter gebrannt sind und man fälschlicher Weise gedacht hatte, die 4 Kerzen symbolisierten die Zeit von 4 Wochen vor Weihnachten.

    In dieser Hinsicht ist mir der Adventskalender lieber als der Adventskranz. Es wäre doch wirklich schade,wenn auf Heikes Blog nur 4 Türchen geöffnet würden. Ich freue mich schon auf Türchen Nr. 3! Freut Euch mit mir!

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  2. guterhirtealbanien schreibt:

    Hmm wie korrigiere ich meinen Schreibfehler jetzt? Nicht Rum sondern rum…

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  3. meckiheidi schreibt:

    „Rum“ geht auch immer zu schnell rum … 😉

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